FACHARZTPRAXEN DR. K. Plab und R. Plab EBERSBERG
Die psychiatrische Untersuchung Wie kommt der Psychiater zu einem Untersuchungsergebniss, zu einer Diagnose?
Wie werden seelische Erkrankungen oder gar körperliche Symptome auf Grund seelischer Ursachen festgestellt?
Wie sieht ein Untersuchungsbefund aus, bei dem weder Stethoskop, noch Hammer oder andere technische Geräte zum Einsatz gebracht werden müssen?
Warum bemerken Sie nicht oder kaum, wenn Sie psychiatrisch untersucht werden?
In keinem anderen Fachgebiet der Medizin findet die Grunduntersuchung wie in der Psychiatrie statt:
Keine elektronischen Geräte, keine Hilfsmittel und Sie müssen auch keine Kleidungsstücke ablegen.
Vielmehr nutzt der untersuchende Facharzt seine “Sinne” und seine eigene Empfindung, um Störungen des Funktionierens der Seele oder des Geistes festzustellen.Schon im Gespräch über die Beschwerden verschafft sich der Psychiater einen ersten Eindruck über den Zustand des Bewusstseins, des Denkens, der Konzentration und des Auffassungsvermögens, spürt, wie die Stimmungslage ist, wie sich Antrieb, Motorik und Mimik verhalten und kann z.T. bald auch schwerere seelische Störungen erkennen. Sicherlich folgt daraufhin auch ein gezieltes Nachfragen und störungsorientiertes Abklären.Zusätzlich werden dann aber eine ganze Reihe von Informationen benötigt, die vom Patienten/Klienten direkt gegeben werden sollten, wie z.B. über das Vorliegen von seelischen Störungen in der Familie, frühere Erkrankungen und Behandlungen, organische Erkrankungen, Lebensgeschichte, etc.
Zuletzt werden auch in der Psychiatrie gelegentlich -je nach Sachlage- eine körperliche Untersuchung,radiologische Untersuchungen, EEG (Hirnstrommessung), Blutabnahme oder psychologische Testung erforderlich.Oftmals wurden die technischen Untersuchungen schon zum Teil vom Hausarzt durchgeführt.
Das gesamte Bild der Informationen, zu denen auch häufig noch Angaben von Angehörigen herangezogen werden, gibt schliesslich Aufschluss über die vorliegende Erkrankung und läßt dann das Einleiten der erforderlichen, therapeutischen Maßnahmen zu. Wie in kaum einer anderen Disziplin der Medizin werden sodann auch während des Behandlungsverlaufs ständig und bei jedem Kontakt der “Befund”, d.h. das seelische Erleben und die geistigen Funktionen erneut überprüft, um das Behandlungsergebnis zu kontrollieren oder um Verschlechterungen des emotionalen Erlebens erkennen zu können.
Wenngleich diese Vorgehensweise vielleicht z.T. sehr rational anmutet, bleiben doch die seelische und sinnliche Wahrnehmung des Arztes und die Einordnung dieser Wahrnehmungen in die diagnostischen und therapeutischen Kategorien das entscheidende Werkzeug. Manchmal werden auch Tests zur Verlaufskontrolle oder zur Kontrolle des Behandlungserfolges notwendig.
Entscheidend ist, dass psychiatrische Untersuchung und Sichtweise des Menschen “ganzheitlich” sind, also alle Faktoren, die krankheitsverursachend oder krankheitserhaltend wirken, berücksichtigen.Der psychiatrische Therapeut begibt sich in die ganz eigene Erlebenswelt des Gegenüber bei ständigem Bezug zur Realität und zur “medizinischen” Situation.
So werden nicht nur die spezifische, individuelle Lebensgeschichte und Lebenssituation, die Symptomatik, die sozialen Bedingungen und die Persönlichkeitsstruktur berücksichtigt, sondern auch die organischen Faktoren und Auslöser, bzw.die Folgen.
Das macht dieses Fachgebiet zu einem der interessantesten und “menschlichsten” zugleich.
Dr.K.Plab, 1998
Träume verstehen ... Haben Sie schon einmal über ihre Träume nachgedacht?
Glauben Sie, daß ihre Träume eine Bedeutung haben?
Das Phänomen des Traums hat die Menschen seit alters her tief beschäftigt, schienen Träume doch wie eine Kunde aus einer anderen Welt voller Geheimnisse und Rätsel, eindrucksvoll, aufwühlend und oft weit in die Stimmung des Tages hineinreichend .Das Betroffensein bei beunruhigendem Nichtverstehenkönnen hat den Menschen schon immer herausgefordert. Man sah daher im Traum oft eine Stimme Gottes, eine Weissagung oder etwas Geheimnisvolles. In den alten Mythen und Sagen werden wichtige Entscheidungen durch Träume eingeleitet .Oft wurde und wird versucht, Träume in einfachster Form zu verstehen (Traumbücher). Siegmund Freud war der erste, der sich wissenschaftlich und psychologisch mit dem Phänomen des Traums befaßte. Das Ergebnisse seiner jahrelangen Forschungen auch mit seinen eigenen Träumen, war die Erkenntnis, daß der Traum einen psychologischen Sinn hat, somit etwas über den Seelenzustand des Träumers aussagt, eine Struktur mit gewissen Gesetzmäßigkeiten aufweist, und eine psychische Funktion hat.
Man kann Träume als Wunscherfüllung verstehen. Im Traum schafft sich der Mensch die Möglichkeit, die Wünsche zu erfüllen, die im täglichen Leben abgewehrt oder frustriert werden, also Wünsche, die man oft bewußt nicht wahrhaben darf oder will, oder, die in der Wirklichkeit enttäuscht wurden.
Je schwerer die Wünsche im bewußten Erleben akzeptierbar sind, um so verschlüsselter ist auch die Wunscherfüllung im Traum.
Der Traum ist eine höchst kunstvolle, psychische Schöpfung, in der sowohl der Inhalt des Wunsches als auch seine Abwehr einen Kompromiß gefunden haben. Die Entstellung von Wünschen im Traum dient der Angstminderung und kann als Traumarbeit verstanden werden.
Im Traum können Inhalte verdichtet oder verschoben werden, Dinge oder Vorstellungen können in Symbole übersetzt werden. So können z. B. Gedanken an Scheidung im Traum als “zerbrochener Ring” auftreten.
Träume sind die” Hüter des Schlafes”, sie haben eine wichtige, gesunderhaltende Funktion. Viele Impulse, die wir nicht leben können, können wenigstens im Traum befriedigt werden. Beispielsweise werden in Notsituationen Dinge geträumt, die wir nicht erreichen können. Versucht man, Menschen am träumen zu hindern, werden sie unruhig und geraten in Spannungen.
In psychotherapeutischen und insbesondere in psychoanalytischen Therapien wird die Analyse von Träumen genutzt, um Unbewußtes zu verstehen. Hierbei können Träume als Niederschlag subjektiver Eindrücke anderer Menschen verstanden werden, können aber auch als Anteile der eigenen Seele interpretiert werden. Auch die aktuelle Situation, die Beziehung zu anderen Menschen betreffend, kann so verstanden werden. Manche Schulen deuten Träume mehr kategorisch.
Sogenannte Fehlleistungen sind ähnlich wie Träume zu verstehen. So kann es einem in einem Vortrag passieren, daß man sich verspricht, die Zuhörer zum Lachen bringt, und Unbewußtes damit zeigt. Auch können einem peinliche Handlungen geschehen, die man dann gerne bestreitet, bagatellisiert oder mit heftigen Gefühlen beantwortet. Diese Fehlhandlungen zeigen oft auf nette Weise, was uns wirklich im Unbewußten beschäftigt. Dr.K.Plab 2000